Der Vorstand des VWT hat Marcel Fringer und Andrea Müller zu einem Hearing eingeladen und darüber im Thaynger Anzeiger vom 25. Februar respektive vom 14. Juli berichtet. Lesen Sie hier die beiden Artikel nochmals nach. Vielleicht helfen sie Ihnen, am 30. August die richtige Wahl ins Gemeindepräsidium zu treffen. Ganz zuletzt finden Sie beide Berichte als PDF zum Download.
Marcel Fringer und die Wohnqualität
Der Vorstand des Vereins Wohnqualität VWT hat den Kandidaten für das Thaynger Gemeindepräsidium, Marcel Fringer FDP, zu einem Hearing eingeladen. Es ging darum, zu erfahren, wie der möglicherweise angehende Magistrat zum Thema Wohnqualität steht.
Gerne hätte der fünfköpfige VWT-Vorstand ein Gespräch mit zwei oder gar mehreren Bewerbern für das Amt des Gemeindeoberen geführt. Zurzeit ist Marcel Fringer jedoch der einzige Kandidat, welcher sich dieser Herausforderung stellen will, und offensichtlich ist momentan auch keine weitere Bewerberin oder ein Bewerber in Sicht.
Es liegt in der Natur der Dinge, dass das Gespräch bald in Richtung Nutzung des Areals Zimänti Süd ging. Fringer stört sich massiv daran, dass hier keine Behörde einen Entscheid fällen will. «Diese Leute sind dazu gewählt, Probleme zu lösen und nicht, um heisse Kartoffeln hin und her zu schieben.» Dass auch nach zwölf Jahren noch immer nicht entschieden werden kann, geht gegen seine Prinzipien.
Als Präsident des Kantonalen Gewerbeverbands ist ihm eine derartige Vorgehensweise ein Gräuel. Er stellt sich auf den Standpunkt, dass es sich beim Zimänti-Areal um eine Industriezone handelt, aber es müssten alle Aspekte – insbesondere auch die Anliegen der Bürger – in die Entscheidungen miteinbezogen werden. Mit dem Umstand konfrontiert, dass er ja ab 2005 selbst während zweier Legislaturperioden im Gemeinderat Einsitz hatte und somit auch an den Nicht- Entscheiden beteiligt war, entgegnete er, dass er als Güterreferent nur bis zu einem gewissen Grad in diese Geschäfte involviert war.
Aber er hätte das Vorgehen schon damals nicht verstehen können. Die aktuellen Zahlen und Fakten zu diesem Thema, welche ihm vom VWT-Vorstand präsentiert wurden, musste er zu Kenntnis nehmen, und er versprach, sich beizeiten in diese komplexe Materie einzulesen.
Sich im Zusammenhang mit der Wohnqualität nur auf das Kesslerloch und seine Umgebung zu fokussieren, griffe wohl zu kurz; andere Aspekte bedürfen ebenso der Betrachtung. So konnte Marcel Fringer Kenntnis nehmen von den Sorgen der Bürger bezüglich Verkehrsentwicklung. Welches sind beispielsweise die Konsequenzen der Übernahme der Autostrasse J 15 durch den Bund? Wird der Anschluss Bibern-Hofen Bestand haben, oder wird im Falle einer Aufhebung desselben bald der ganze Verkehr durch das Dorfzentrum geführt? Gibt es einen wirksamen Schallschutz gegen den zu Erwartenden Mehrverkehr auf der neuen A 4? Was passiert mit dem Schleichweg Ebringerstrasse?
Auf die Frage, was nach einer allfälligen Wahl zum Präsidenten unserer Gemeinde seine Prioritäten seien, meinte Fringer lapidar, dass er bereits eine Liste mit den zehn vordringlichsten Problemen erstellt habe. Und: «Das Zimänti-Areal gehört zu den fünf vordersten.»
Dass Fringer sich angesichts dieser schwierigen Lage der wichtigsten Führungsaufgabe in unserer Gemeinde stellen will, braucht Mut. Und den hat er.
Paul Ryf, Präsident Verein Wohnqualität VWT, Thaynger Anzeiger, 25. Februar 2020
«Zimänti Süd war ein Fehler»
Der Vorstand des Vereins Wohnqualität Thayngen hat kürzlich die SVP Kandidatin für das Thaynger Gemeindepräsidium, Andrea Müller, zu einem Hearing eingeladen. Es ging darum, zu erfahren, wie die möglicherweise erste Vorsteherin unserer Gemeinde zum Thema Wohnqualität steht.
Glaubt man denWeissagungen der «Schaffhauser AZ», ist Andrea Müller so gut wie gewählt. Spricht man die Kandidatin auf diese Prognose an, erfährt man anderes: «Noch ist es nicht so weit, und es gilt viel Arbeit zu leisten bis zum Wahltag.» Wir baten Andrea Müller, dies doch gleich mit ihrer Haltung zur Wohn- und Lebensqualität zu tun und stellten ihr ein paar Fragen dazu.
Zunächst: Die Politikerin anerkennt die Notwendigkeit einer guten Wohnqualität und ist überzeugt, mit ihrer bisherigen Arbeit als Bildungs- und Sozialreferentin in den vergangenen dreieinhalb Jahren einen erheblichen Beitrag hierzu geleistet zu haben. Eine funktionierende Schule, Tagesstrukturen für Kinder und andere wichtige Errungenschaften ihres Departements sind Beispiele, die sie nennt. Auch im Sozialwesen werde heute genauer hingeschaut. So erhalte ein Anspruchsteller erst unter strengen Restriktionenfinanzielle Unterstützung durch die Gemeinde. Sie zitiert den «gesunden Menschenverstand», wenn es darum geht, Ansprüche an die Wohnqualität zu stellen, und meint damit die Unterscheidung zwischen Machbarem und Wünschenswertem. Es muss sich ein «Wir-Gefühl» einstellen, wenn gemeinsame Ziele erreicht werden sollen.
Gemeinde hätte Areal kaufen sollen
Was wäre ein Gespräch mit einer Lokalpolitikerin, ohne dass das Thema «Zimänti Süd» aufs Tapet käme? Andrea Müller findet, dass es der seinerzeitige Gemeinderat in der Hand gehabt hätte, das Areal zu erwerben und zu entwickeln. Er hat es nicht getan, was im Nachhinein ein Fehler war, und darum müssen wir heute mit den gegebenen Umständen leben und eben das Beste daraus machen.
Warum vergehen denn so viele Jahre, ohne dass ein Quartierplan vorliegt? Hier sei der Gemeinderat auf gutem Wege, zusammen mit Kanton und den Betreibern des Areals, eine allgemein verträgliche Lösung zu finden. Seit nunmehr anderthalb Jahren arbeitet man daran, und da es ein laufender Prozess ist, darf die Gemeinderätin dazu allerdings nicht mehr sagen.
Der Idee, betroffene Anwohner beizuziehen, steht sie skeptisch gegenüber: «Ein einziger Miesmacher kann hier alles zunichtemachen!»
Da das Seniorenzentrum ein Hotspot ist, welcher die Lebensqualität in einer Gemeinde ebenfalls erheblich mitbestimmt, kommen wir auch darauf zu sprechen. Unsere Kritik, dass der Gemeinderat in der momentan äusserst prekären Lage in Eigenregie einen branchenfremden Quereinsteiger mit der Heimleitung beauftragt hat, pariert Andrea Müller mit der Feststellung, dass dieser durchaus die wichtigsten Qualifikationen mitbringe; die Aufgaben eines Heimleiters seien es, den Zusammenhalt zu fördern, nach innen und aussen zu kommunizieren und dadurch Vertrauen zu schaffen. Dass dabei zusätzlich ein Coach zur Begleitung des Newcomers verpflichtet werden müsse, betrachtet die Kandidierende als vertretbar.
Kein Laisser-faire geduldet
Abschliessend nennt uns Andrea Müller die wichtigsten Aufgaben, welche sie im Falle einer Wahl anzupacken hat: Ortsplanung, Badi, Sportanlagen, Schulplanung, insbesondere Erweiterung Silberberg, Wirtschaftsförderung und die Zukunft der Unilever; allesamt Aufgaben, die schon jetzt auf der Agenda stehen. Sie werde als Gemeindevorsteherin kein Laisserfaire dulden und von allen das Äusserste fordern. Dies glaubt man der Kandidatin.
Paul Ryf, Präsident Verein Wohnqualität Thayngen, Thaynger Anzeiger vom 14. Juli 2020