Im «Thaynger Anzeiger» vom 9. Januar 2018 antwortet der Gemeinderat auf den Offenen Brief unseres Präsidenten vom 29. August 2017. Auch wenn wir inhaltlich längst nicht mit allen Äusserungen übereinstimmen, danken wir Philippe Brühlmann, Adrian Ehrat, Andrea Müller, Walter Scheiwiller und Rainer Stamm für ihre wohldurchdachten Worte, die zur Klärung der Position des Gemeinderates beitragen. Unter diesem Link können Sie die Antwort im Wortlaut nachlesen und hier den gut vier Monate zuvor verschickten offenen Brief von Paul Ryf sowie den ergänzenden von Ueli Flückiger, der möglicherweise unbeachtet geblieben ist.
Mit der Neuregelung des Deklarierungsprozedere hat der Gemeinderat bewiesen, dass er gewillt ist, eine Reduktion der sicherheitsgefährdenden Verkehrsbelastung im Bereich Alterswohnheim und Quartier Speck herbeizuführen. Nachdem unsere Kontrollen einen ersten Erfolg zeitigten, für den wir dankbar sind, sind wir motiviert, die Situation laufend weiter zu beobachten und die Anzahl der Lastwagenfahrten mit den Fake-Informationen des Abstimmungskampfes der SwissRec zu vergleichen.
Der Schlüsselsatz der ganzen gemeinderätlichen Stellungnahme lautet aus unserer Sicht zweifellos: «Der Einwohnerrat folgte in seiner Empfehlung dem Gemeinderat, das Areal der Gewerbezone zuzuteilen.» Mit anderen Worten: Jetzt wissen wir definitiv, dass der Gemeinderat im Herzen dem Anliegen unseres Vereins wohlgesinnt ist, auch wenn ihm, aus juristischen Gründen, die Hände weitgehend gebunden sind. Im Gegensatz zu uns.
Deshalb sind wir auch nicht bereit, an fehlende Volksnähe des Gemeinderates zu denken, wenn er nichts vom Wegzug bzw. Nichtzuzug von Mietern wegen der Lärm- und Sicherheitsfragen weiss, und wir gehen auch weiterhin davon aus, dass in unserer kinderfreundlichen Gemeinde die Hinweise auf Beinaheunfälle aus der Bevölkerung ernst genommen werden, auch wenn dazu, wenig überraschend, keine polizeilichen Daten vorliegen.
Mit anderen Worten: Wir sehen keinen Grund, von unserer Haltung, uns aktiv für die Wohnqualität Thayngens einzusetzen, abzuweichen. Dies gilt insbesondere in unserem Kampf für einen Quartierplan, der seinen Namen verdient und dessen bevölkerungsgerechte Ausgestaltung oberste Pflicht des Gemeinderates ist und bleibt.
Im Übrigen verweisen wir auf eine vergleichbare Situation in Schlatt, wo das Bundesgericht entschieden hatte, dass die beteiligten Firmen wegen des zusätzlichen Lastwagenverkehrs eine neue Zufahrtsstrasse bauen mussten. Deshalb herrschte an der Einweihung der Deponie im September 2017 Eitel Freude.
Der Vorstand des Vereins Wohnqualität Thayngen